Meine erste Solo Reise ins Ausland – auf nach Kos!

Ich war mega aufgeregt, hatte mein Gepäck und meine Reiseunterlagen bestimmt 100-mal kontrolliert. Am Flughafen Düsseldorf war ich überpünktlich. Check-in, Gepäckaufgabe und auch das Boarding habe ich zu meinem Erstaunen wie ein Profi absolviert. Ich war schon stolz. 😊

Von meinen Mitreisenden habe ich nur wahrgenommen, dass viele junge Familien unterwegs waren. Kein Gesicht gemerkt – ich hätte niemanden auch nur fünf Minuten später wiedererkannt. Ein Fehler, den ich seitdem nicht wiederholt habe. 😉

Handgepäck im Flugzeug verstaut, selbstverständlich einen Fensterplatz gebucht (auch ein Fehler 🙈).

Der mittlere Platz war frei und außen saß ein junger Mann, nennen wir ihn Mike. Er flog eben mal übers Wochenende zu Freunden und wir unterhielten uns etwas.

An Bord der übliche Ablauf vor dem Start. Da aber weder mein Gehör noch mein Englisch herausragend sind, der Lautsprecher in unmittelbarer Umgebung nicht funktionierte und Englisch auch nicht die Muttersprache der Crew war, habe ich sämtliche Ansagen einfach ignoriert. Aus den genannten Gründen verstand ich sie ohnehin nicht. 😂

Ich war ready for take-off ✈️ und unsere Abflugzeit war gekommen.

Nix take-off – aus Gründen, an die ich mich heute nicht mehr erinnere, verzögerte sich der Abflug um zwei bis drei Stunden.

Diese haben wir natürlich im Flieger verbracht – ohne eingeschaltete Klimaanlage. Und draußen war es um die Mittagszeit schon ordentlich warm. 🥵

Vermutlich eine kleine Übung für die Temperaturen auf Kos. 😂

Dann ging es endlich wirklich los. Die paar Stunden Flugzeit habe ich mir mit etwas Lesen, einem kurzen Nickerchen und ein paar Gesprächen mit Mike vertrieben.

Und dann war es so weit: Die Maschine befand sich im Landeanflug. Es war schon dunkel. Das Gebrabbel der Crew verstand ich weiterhin nicht. 😉

Fasziniert schaute ich aus dem Fenster auf die vielen Lichter, die unter uns erstrahlten. Hotels, Pools, Restaurants – schon alles deutlich sichtbar.

„Wahnsinn, wie sich Kos in den letzten 20 Jahren verändert hat. Das hatte ich gar nicht mehr so groß in Erinnerung“, sagte ich.

„Das ist nicht Kos. Wir landen auf Rhodos“, antwortete Mike.

Ich starrte ihn entgeistert an. Voller Panik. 😳

Allerdings war ich nicht die Einzige, die diese ungeplante Überraschung akustisch nicht mitbekommen hatte. Es breitete sich Unruhe aus.

Warum auch immer: Unsere Maschine hatte keine Landeerlaubnis auf Kos bekommen und musste nach Rhodos ausweichen. Das war weder bei den Maschinen vor noch nach uns der Fall. Mein Lieblingsfreund verfolgte meinen Flug und erzählte mir das später.

Mike hatte endlich die Informationen der Crew verstanden.

Wir mussten auf Rhodos mit Gepäck auschecken, wurden per Bus in ein Hotel zur Übernachtung gebracht und sollten am nächsten Morgen früh wieder los – mit Ziel Kos, ca. 30 Minuten Flugzeit.

Sein Tipp dann: Ich könnte über Flightright meine Fluggastrechte reklamieren und mit einer hohen Erstattung rechnen. Das hat auch geklappt – allerdings nur mit sehr viel Geduld und Spucke. 😉

Meine Panik vergrößerte sich allerdings nur noch. Den Flughafen Kos kannte ich nur wahnsinnig überfüllt und chaotisch. Jetzt noch mit Gepäckausgabe – und ich kannte dort niemanden. Was, wenn ich den Bus gar nicht finde oder in den falschen steige? Wäre ich dann auf Rhodos gefangen? 😳

„Mike, bleib bei mir“, flehte ich ihn an. 😂

Mike hätte mein Sohn sein können und erwies sich als verlässlicher Partner.

Trotzdem versuchte ich ab diesem Punkt, mir die Gesichter meiner Mitreisenden zu merken, um im Fall der Fälle eine Anlaufstelle zu haben. Das mache ich übrigens seitdem immer. 😉

Check-out, Gepäckausgabe und der Transfer zu unserem Zwischenhotel liefen dann erstaunlich reibungslos. Mittlerweile weiß ich das Organisationstalent in Griechenland wirklich zu schätzen: Ratzfatz wird Ordnung ins Chaos gebracht – bisher an jedem griechischen Flughafen so erlebt. 😊

Knappe 45 Minuten später waren wir am Hotel, das müsste in Faliraki gewesen sein. Es war schon spät, wir waren alle müde, hatten Hunger und Durst, die Kinder weinten.

Das Hotel war super und zuerst wurden die Familien abgefertigt. Essen und Trinken gab es nicht mehr, da das Restaurant schon lange geschlossen hatte und es auch nichts in der Umgebung gab. Am Hotelkiosk konnten wir uns dann wenige Minuten vor der Schließung immerhin noch mit Wasser, Chips und Keksen versorgen – besser als nichts. 😉

Gegen 2 Uhr nachts war ich dann auch endlich auf meinem Zimmer bzw. in meiner Suite. Die war wirklich toll, aber ich fiel einfach hungrig und todmüde ins Bett.

Am nächsten Morgen ging es wieder zum Flughafen.

Unser Flug nach Kos und somit die letzte Reiseetappe sollte „ganz früh“ starten – so zumindest die Auskunft, die wir bekommen hatten.

Der Wecker klingelte viel zu früh und halb ohnmächtig taumelte ich unter die Dusche und anschließend mit Gepäck Richtung Speiseraum. Bei einem Hotel dieser Kategorie hätten mein Magen und ich eigentlich ein opulentes Frühstücksbuffet erwartet. Die Realität brachte trockenen Kuchen vom Vortag und schwarzen Kaffee. Mehr gab es nicht, weil die Küche noch nicht so früh geöffnet hatte. Nicht einmal Milch – und ich hasse schwarzen Kaffee. 🙈

Aber mittlerweile war mir auch das scheißegal. Ich wollte hier weg. Weg von Rhodos und endlich nach Kos. 😂

Anreise, Gepäckaufgabe und Check-in am Flughafen liefen problemlos.

Meine bezahlte Sitzplatzbuchung war natürlich weg – anderer Flieger. 🙄

Am Flughafen stellte sich dann heraus, dass unser „früher“ Flug erst gegen 10 Uhr stattfinden würde. Also nun noch knapp drei Stunden warten. Darauf kam es jetzt auch nicht mehr an. 🙄 Immerhin konnte man sich hier etwas zu essen und zu trinken kaufen – und die Belege würde ich bei Flightright einreichen.

Da Mike mich direkt am Flughafen Kos verlassen würde, fixierte ich mich auf weitere bekannte Gesichter aus meiner Reisegruppe. Hier kam ich dann mit einem netten jungen Pärchen ins Gespräch und hatte damit meine nächste Anlaufstelle. 😉

Der Himmel war bewölkt und es war windig, immer wieder gab es kleine Regenschauer.

Aber auf Kos würde die Sonne scheinen. ☀️

Endlich Boarding, Handgepäck verstaut, angeschnallt – und eine deutschsprachige und akustisch verständliche Crew. Halleluja! 😄

Ready for take-off No. 2. In ca. zwei Stunden würde ich endlich angekommen sein und alle bisherigen Reisestrapazen abschütteln.

Oder auch nicht. 🙄

Diesmal waren es Gepäckprobleme, die den Start verzögerten.

Am liebsten hätte ich vor Wut in die Sitzlehne meines Vordermanns gebissen. Oder noch besser: das Cockpit gestürmt und die Maschine selbst geflogen. 😂

Allerdings verfüge ich weder über einen Pilotenschein noch über die minimalsten technischen Kenntnisse, um dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen.

Also weiter warten. 😤

Während der Wartezeit beobachtete ich aus dem Fenster das Wetter und wurde zunehmend beunruhigt. Dicke Regenwolken und starker Wind – kein ideales Flugwetter. Schon gar nicht, wenn Fliegen nicht gerade meine Lieblingsbeschäftigung ist.

Immerhin hatte ich in den letzten 24 Stunden wenig gegessen – und meine Mitreisenden hoffentlich auch. 😂

Endlich der Start – zeitgleich mit starkem Regen und Wind.

Die Turbulenzen waren ganz schön heftig und ich wurde zunehmend wütend. Wenn wir früher losgeflogen wären, dann wären wir jetzt schon lange da und müssten nicht so stark durch die Luft wackeln. 😤

Ich tröstete mich dennoch mit dem Gedanken: Wenn der Pilot die Maschine jetzt abstürzen lässt, dann bringe ich ihn um. 😂

Das stellte sich zum Glück als nicht notwendig heraus und nach einer guten halben Stunde landeten wir ENDLICH auf Kos! 🥳

Checkout, Gepäck, den richtigen Transferbus finden – darin war ich mittlerweile Profi.

Wie ich schon an einer anderen Stelle geschrieben habe: eigentlich liebe ich diesen Transfer, den ersten Kontakt mit dem Urlaubsort.

Nach knapp 24 Stunden Reisedauer, dem Wissen das ich als letzte abgeliefert werde und diesem: Ich muss Pippi, ich hab Hunger, ich hab Durst konnte ich den Transfer allerdings nicht ganz so sehr genießen

Endlich war es soweit: am Hotel angekommen

Koffer und Kleidung abwerfen, Duschen, umziehen und los in die City.

In der erst besten Bar mit Blick auf den Hafen einen Cuba Libre bestellt und auf meinen wohlverdienten und hart erkämpften Urlaub angestoßen.

24 Stunden verspätet, aber besser als gar nicht 🙂